Das Hamburger Karolinenviertel
Im Herzen Hamburgs, im Stadtteil St. Pauli, liegt - umgeben von Messezentrum und Schlachthof - das Karoviertel (Karolinenviertel).
Die Wohnhäuser und Speicher in diesem Teil St.Paulis wurden in der Gründerzeit erbaut, ebenso wie die Gnadenkirche in der Karolinenstraße, nach der das Viertel einst benannt wurde.
Ursprünglich galt das Karoviertel als eine äußerst armselige und verpönte Wohngegend, die zu Gunsten der Messeerweiterung abgerissen werden sollte. Doch Mitte der neunziger Jahre mauserte sich das Viertel zu einem beliebten Stadtteil, der es besonders der alternativen Szene angetan hat.
Die Marktstraße bildet den Kern des Karolinenviertels und wird von zahlreichen Läden und Boutiquen gesäumt, die keine Wünsche der Szenegänger offen lassen. Vor allem junge Menschen fühlen sich hier zu Hause und setzen sich für den Erhalt des Karoviertels ein. Zahlreiche Wohnprojekte und Baugemeinschaften wurden hier bereits umgesetzt - alternative Wohnmöglichkeiten auch für den kleinen Geldbeutel.
Der Stadtteil lebt von seiner multikulturellen Vielfalt - der Ausländeranteil beträgt über 35% der Einwohner. Auch in politischer Hinsicht zeigt sich die alternative Lebenseinstellung der Bürger: Die absolute Mehrheit der Wählerstimmen geht im Karoviertel an die Grünen / GAL (37,3% bei der Bürgerschaftswahl 2008).