Hamburg St. Pauli - Vom ungeliebtesten zum berühmtesten Stadtviertel
Jahrhundertelang wurde der heute berühmteste Stadtteil Hamburgs aufgrund der umliegenden abfallenden Hänge lediglich “Hamburger Berg” genannt. Nachdem er das Dorf seiner Frau als Wittum vermacht hatte, damit diese auch nach seinem allenfalls in einer baldigen Schlacht eintreffenden Todes eine Lebensgrundlage haben würde, liess Adolf IV im Jahre 1230 dort ein Kloster errichten.
Dies war sein Versprechen gewesen, falls er die Schlacht gegen den dänischen König Waldemar II. gewinnen würde. Da sich aus seinem Grund qualitativ hochwertige Ziegel herstellen lassen, wird der Hamburger Berg im 7. Jahrhundert allmählich planiert. Anlässlich des drohenden dreissigjährigen Krieges wird der abgetragene östliche Teil ins errichtete Festungswerk integriert, während der westliche Teil durch das 1626 erbaute Millerntor vom Stadtinnern getrennt wird. Da die Umgebung der Verteidigungswälle möglichst freies Schussfeld bieten sollte, nahm die Besiedlung des nun offiziell “Hamburger Berg” genannten westlichen Teiles rasant ab, was durch die folgende Pestseuche intensiviert wurde.
Nach einigen Kriegen kam im Jahre 1816 durch das Eintreffen des ersten Dampfschiffes die Wende. Matrosen funktionierten das nun St. Pauli genannte Stadtviertel zum Vergnügungsteil der Stadt um. Nach und nach nahm die dortige Besiedlung wieder zu und infolgedessen wurde der Stadtteil bald für eine grosse Menschenmenge gerüstet.
In dieser Zeit entstand auch die berühmte Reeperbahn, die zentrale Strasse im Vergnügungs- und Rotlichtviertel. Um für Ordnung zu sorgen, habe die Behörden 1900 die Herbertstrasse als geschlossene Wohnanlage für Huren eingerichtet.
Noch heute auch sind die Landungsbrücken zu bewundern, an deren Standort vor 1816 das erste Dampfschiff das Schicksal von St. Pauli zum Guten gewendet hat. Vom ursprünglich “Beim Jonas” genannten Standort kann man heute auf dem Wasserweg gut in die umliegenden Städte gelangen.